Chapter

Erstes Kapitel

Auf der schattigen und malerischen Fahrstraße, die von Clermont-Ferrand nach dem Puy de Dôme führt, rollte ein großer Landauer dahin, und der gleichmäßige Trott des stattlichen Gespanns schaukelte drei glückliche Menschen. Die alte Frau Firminy, die ihre Nichte Berthilde und deren Verlobten als Ehrendame begleitete, war vielleicht weniger stürmisch glücklich als das junge Paar, aber in ihrer Gemütsruhe fand sie doch auch ein Glücksgefühl. Die rechte Hand in der Kleidertasche versteckt, um das Geheimnis ihrer Andachtsübung nicht preiszugeben, ließ sie vielleicht zum zehntenmal während dieser Fahrt den Rosenkranz durch ihre Finger gleiten. Die früh verwitwete kinderlose Frau hätte ohne den Beistand der Religion in einen trostlosen Seelenzustand geraten müssen. Der Glaube hatte ihr nicht nur zur Aussicht auf ein besseres Leben verholfen, sondern auch zu einer Menge von Beschäftigungen, womit sie die Zeit ausfüllen konnte, die sie noch hienieden zu verleben hatte. Ihre Schwester hatte ihr sterbend die Pflicht auferlegt, die Erziehung der reizenden, damals sechzehnjährigen Berthilde zu vollenden, was sie anfangs etwas in Unruhe versetzt hatte, denn wie sollte sie die Sorge um ihr Seelenheil mit den Sorgen einer Erzieherin vereinigen? Berthilde hatte ihr indes diese Last bald vom Herzen genommen, indem sie den Beweis lieferte, daß diese Aufgabe sich spielend erledigen würde. Zwei

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