Das Gespenst
»Riskieren Sie's man ruhig, det is ne janz feine Sache!« meinte grinsend der blonde, sonnenverbrannte Matrose zu dem eleganten Herrn im hellgrauen Sommeranzuge, der auf dem Bahnhof Grunewald unschlüssig die steilen eisernen Stufen musterte, die sich an der Rückwand des letzten Wagens emporwanden. Ja, das war eine »tolle Sache«! Die Stadtbahn nach Potsdam war überfüllt, wie nur Berliner Stadtbahnzüge es sein können. Die Wagen glichen vollgepackten Konservenbüchsen, aus denen menschliche Gesichter und Arme wie wild durcheinander geratene Heringsköpfe und -Schwänze herausragten. Der Stationsvorsteher gab das Zeichen zur Abfahrt. Der Zugführer stemmte sich mit der Schulter gegen eine halboffene Tür. Die fünfzehn, zwanzig Insassen dieses Wagens ließen ihre Lungen zusammenschrumpfen, um sich möglichst schmal und heringshaft zu machen. Und richtig – so ging denn die Tür auch endlich zu. Der Beamte schwang sich in sein Dienstabteil und der Zug begann, sich schnaubend und ächzend in Bewegung zu setzen. Der Herr in dem grauen Sommeranzuge sah sich mit einem schnellen Blicke um. Zurückbleiben? Auf den nächsten, sicherlich ebenso vollen Zug warten? Nein! Ein schneller Griff, und schon saß er auf einer der steilen, eisernen Stufen des letzten Wagens und zog seine Beine an den Leib. Sein Blick tauchte in die lachenden Augen des Matrosen. »Sehen Sie, et jeht allens! Ick stehe ja nu freilich: