Chapter

Wenn Dämonen spielen

Aus dem Leben eines Freundes. Es war das reizendste Erkerzimmer, das ich je bewohnt habe. – Es war mit mattfarbigem Sammte tapeziert, mit meisterhaften Jagd- und Genrebildern geschmückt, mit echt orientalischen Teppichen belegt, mit kunstvoll geschnitzten Eichenholzmöbeln bestanden, und es hatte an der Wand einen elfenbeinernen Telegraphentaster, der nach der Versicherung des Hausherrn bereit war, neu auftauchende Wünsche des Gastes promptest zu erfüllen. Und das war noch das Wenigste, denn derlei besitzt in irgend welcher Stadt jeder reiche Schlucker. Aber zwei Fenster waren da, deren Spiegelscheiben so hell und rein waren, daß man meinte, sie stünden offen und die reine Nordlandsluft wehe aus und ein. Das eine Fenster zeigte die hellgrünen Buchen- und Eichenwälder von Jasmund und die weißen Strandfelsen von Stubbenkammer, das andere die blaue, unabsehbare Fläche des Meeres. Die sinkende Nachmittagssonne legte Gold auf die Wälder, Silber auf die Kreidefelsen, und ein Segelschiff am Horizont leuchtete wie ein aufsteigendes Sternlein. Ich hatte an jenem Tage zum erstenmale das Meer gesehen. Ich war erst vor zwei Stunden von der Reise gekommen, die von Wien bis Rügen zwei Tage und Nächte ununterbrochen gedauert hatte. Die Neugierde, den alten Freund zu sehen und wie sich der einstige arme Zimmermalerjunge als Gutsbesitzer ausnehme, hatte mir weder ein Interesse an den malerischen

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