Die Testamentsklausel
Es ist die empörendste Klausel, welche je erfunden ward, um die Vortheile eines Testaments nichtig zu machen,« sagte die Dame. »Aber es ist eine Bedingung, welche Sie erfüllen müssen, wenn Sie das Vermögen nicht verlieren wollen,« entgegnete der Herr, und begann einen kriegerischen Marsch mit den zarten Fingerspitzen seiner weißen Hand auf dem Saffianüberzuge seines Schreibtisches zu trommeln, während die Dame mit der Spitze ihres schmalen feinen Fußes den Takt dazu schlug. Der Herr war verstimmt und die Dame nicht minder, was wir nur mit Widerstreben anführen, denn sie war sehr jung und sehr hübsch, und obschon der zornige Blitz in dem dunkelgrauen Auge ihrem regelmäßigen Antlitz eine gewisse wilde Schönheit lieh, so war es doch eine Art von Schönheit, welche einen Mann von nervösem Temperament eher beunruhigen konnte. Sie war sehr hübsch. Ein wunderschönes reiches Haar vom dunkelsten Braun fiel in reichen Locken unter ihrem eleganten Pariser Hute hervor auf einen stolzen schön geschwungenen Nacken. Ihre dunkelgrauen Augen waren groß und glänzend, mit langen, glänzend schwarzen Wimpern besetzt, und gehörten zu jener gefährlichsten Klasse von Augen, welche zu ehrlicher Männer Verderben je geschaffen worden sind. Sie sahen aus wie tiefe Pfuhle von glänzendem Wasser, umgeben von dunklem schattigem Röhricht, wie verirrte einzelne Sterne an einem nächtig-schwarzen Himmel; aber