Kapitel 1
Pater Adrian!« »Ja, hier bin ich!« »Ich sah, wie Sie eben heimlich mit dem Arzt sprachen. Wie lange habe ich noch zu leben? Er hat Ihnen die Wahrheit gesagt. Ich muß wissen, wie es mit mir steht!« Der schlanke, junge Priester trat näher an das Bett, schüttelte langsam den Kopf und sah den Kranken mitleidig an. »Es ist nicht mehr lange – Sie haben nur noch kurze Zeit. Aber warum fürchten Sie sich? Sie haben gebeichtet. Ich selbst habe Ihnen die Absolution erteilt, und die Kirche hat Ihnen die Sterbesakramente nicht verweigert.« »Ich fürchte mich nicht. Es ist nur so eine Sache der Überlegung. Werde ich den Morgen noch erleben?« »Das ist möglich. Aber nicht mehr den Mittag.« Der Sterbende richtete sich mühsam auf und zeigte nach dem Fenster. »Öffnen Sie es!« Sein Diener, der schweigend im Schatten gesessen und das Gesicht in den Händen verborgen hatte, erhob sich und führte den Auftrag aus. »Wieviel Uhr ist es?« »Drei.« »Gomez, strenge deine Augen an und sieh auf das Meer hinaus. Kannst du kein Licht am Horizont erkennen?« »Nein. Der Sturm hat alles in Dunkel gehüllt. Hören Sie nur!« Ein Regenschauer schlug gegen die Fensterscheiben, und der heulende Sturm rüttelte an dem Hause. Gomez wandte sich verzweifelt wieder vom Fenster ab. Kein menschliches Auge konnte diese Finsternis durchdringen. Wieder sank er in seinen Sitz und sah sich schaudernd um. Der hochgewölbte Raum, in dem