1. Kapitel
Man kann nicht gerade behaupten, daß die vor ungefähr zwei Jahren in der Zeit um Mitte Mai erfolgte Aufdeckung des Geheimnisses der Ginsterschlucht zu den Sensationsfällen der Kriminalstatistik gehört. Die Zeitungen erwähnten damals dieses Ereignis nur in einer kurzen Notiz und die große Masse des Publikums hatte ja auch in jenen Tagen weit größeres Interesse für die Vorgänge auf dem politischen Theater. Allerdings wäre wohl auch der aufdringlichste Reporter nicht imstande gewesen, seinem Blatt von den Ereignissen, die den überraschenden Entdeckungen an jenem Maitag vorausgingen, einen auch nur einigermaßen wahrheitsgetreuen Bericht zu liefern. Denn so gern die Behörden seinerzeit erbötig waren, der Presse, selbst wenn sie auch nur dem Sensationsbedürfnis ihrer Leser entgegenkommen wollte, über wichtigere Geschehnisse genauen Aufschluß zu geben, so sehr vermeiden sie es jetzt, wenn man so sagen darf, – in ihre Karten sich sehen zu lassen. Nur zu oft hat gerade die Polizei in den Zeitungen heimliche Gegner gefunden, Gegner, die das Vertrauen der Staatsbürger zu den Maßnahmen ihrer Organe durch eine scharfe und leider nur zu oft ungerechte Kritik erschütterte. So wurden auch in dem Fall des ›Geheimnisses der Ginsterschlucht‹ der durch drei größere Tagesblätter vertretene Presse der Provinzialhauptstadt X. mit wenigen, nur die ins Publikum gedrungenen Tatsachen angehenden Worten,