Chapter

Das Geheimnis des Wassers

»Komm, komm, Schatz, laß uns noch einmal die Sache in Ruhe durchsprechen. Du bist ja doch mein Liebstes auf der Welt. Und ich wiederhole nur: Verdacht ist noch kein Beweis.« »Gewiß nicht! Aber mein Gefühl sagt mir –« »Gefühle sind wunderschön, – zwischen uns beiden zum Beispiel. Aber sie sind gefährliche Ratgeber. Einem Verbrechen gegenüber darf man sich nur an Tatsachen halten.« »War meine Begegnung im Garten denn keine Tatsache? Zuerst erschien sie mir ja selbst ganz harmlos, bevor ich wußte, was geschehen war. Aber hinterher, – mein Gott, ich habe doch das fortgeworfene Fläschchen ganz deutlich fallen hören.« »Aber nicht gefunden.« »Freilich nicht! Aber den Klang des fallenden Glases kann ich beschwören.« »Einen Ton kann man bekanntlich nicht vor Gericht stellen. Also laß dich nicht fortreißen, Erna, durch dein Gefühl. Um deiner selbst willen muß ich dich warnen.« Rechtsanwalt Siemens und seine Braut waren es, die so sprachen. Seine Stimme war bittend, als er wieder begann: »In der Hauptsache sind wir vollkommen einig, und ich kann es nachfühlen, wie sehr dich die Verdächtigung einer Unschuldigen aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Wir haben das alles ja wieder und wieder nach jeder Seite hin durchgesprochen und haben beschlossen, vorläufig noch zu schweigen. Schon darum, weil wir keinen zwingenden Schuldbeweis haben. Mir ist nach allen Umständen eine geheime Liebesaffäre

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