1. Kapitel
Als ich als Junge die phantastischen Romano Jules Vernes las, imponierten sie mir außerordentlich. Wem könnten sie heute noch etwas Romantisch-Sensationelles zu sagen haben?! Der vierzehnjährige moderne Bengel, der sich seinen Vierröhren-Ultradyne selbst zusammenbaut, lächelt erhaben über die veralteten Mätzchen, mit denen der Franzose ehemals Weltruhm gewann. Heute – – nichts Unmögliches, nichts! Sogar Coy Cala, mein brauner Freund, der doch nur ein armer indianischer Fischer ist, hat bereits von Radio, Luftdroschken und Verjüngungskur eine erhebliche Ahnung. Seine Verjüngungskur freilich besteht vorläufig noch in dem reichlichen Genuß von Kognak, Rum, Whisky und – im Notfalle – denaturiertem Sprit. Gegen die Würmer und die bösen Krankheitsgeister, sagt er. Coy Cala sagt manches. Er lügt mit der Virtuosität eines beglaubigten Vertreters beim Völkerbund, er stiehlt mit der Gerissenheit eines Operetten-Komponisten und begaunert mich mit der vornehmen Ruhe eines Bankdirektors, der genau weiß, daß für seine Börsentransaktionen im Strafgesetzbuch noch ein Loch vorhanden – zum Durchschlüpfen. Trotzdem ist Coy Cala mein Freund. Damals, als ich ihn auf der Jacht „Skansen“ kennenlernte, ahnte ich nichts von seiner unglaublichen Vielseitigkeit. Noch weniger davon, daß mein halb unfreiwilliger Verzicht auf Kultur und Kulturmenschen mir das zweite große Erlebnis meines Vagabundendaseins