Das Geheimnis des Bosporus
1. Kapitel. Maximilian aus Stambul. Vor mir liegen eine Anzahl Postkarten, sämtlich mit Ansichten von Konstantinopel, sämtlich von meinem Freunde Neumann, — oder besser — von unserem Freunde Neumann, denn Harald Harst hat ebenfalls Anteil an dieser Freundschaft, die durch das Geheimnis des Bosporus begründet wurde. Diese Postkarten stellen sozusagen die einzelnen Etappen unseres Abenteuers in der Türkei vor. Neumann hat mit großem Geschick gerade all die Ansichten gewählt, die in uns allerlei Erinnerungen wecken mußten. Im übrigen: er schreibt noch immer. Er ist dankbar. Wir haben ihm damals das Leben und Hab und Gut gerettet. Die ganze Geschichte begann ja auch mit einem Neumannschen Brief, der an Harald gerichtet war. Im Mai 1923 traf der Brief ein, eines Morgens. In Berlin war damals nichts für uns zu holen — flaue Zeit. Kleine harmlose Sächelchen beschäftigten uns: Die Ermordung des Gutsinspektors Reisser, das Verschwinden der Kommerzienrätin Rosenholz und anderes, was wir zur Allstagsware rechnen. Seit unserem Abenteuer mit Lionel Barring auf Sumatra, wo der vornehme Hochstapler und Dieb mit fünf Genossen von einem Schoner entwischt war, hatten wir keine vernünftige Arbeit gehabt. Barring war nicht zu finden gewesen, hatte sich auch nicht mehr gemeldet. Harald rechnete damit, daß er samt den fünf anderen vielleicht auf See umgekommen sei. — Der Leser erinnert sich fraglos