I
Es war sehr dunkel. Die böigen Windstöße hatten an Heftigkeit zugenommen. Dem letzten Stoß war ein dumpfes, unheimliches Brausen vorangegangen, welches an der ganzen Bergseite entlang zog und noch einige Zeit anhielt, nachdem die Bäume im Tal sich schon wieder beruhigt hatten. Ein kalter, feuchter Geruch – wie aus den Tiefen des Waldes aufgewühlt – erfüllte die Luft. In Augenblicken völliger Ruhe war es, als ob die Finsternis noch dichter und beinahe greifbar würde. Durch diese rabenschwarze Nacht drang plötzlich das Klirren eines Sporenrädchens, das trockene Knarren von Sattelleder und der dumpfe Schlag eines Hufes auf dem aus dürrem Laub und Staub bestehenden Bodenteppich. Dann brummte eine Stimme, die trotz ihrer Rauheit das Geheimnisvolle der Finsternis noch erhöhte: Das ist ja hier vorn schwarz wie die Hölle! Ich kann nichts mehr erkenn'n. Weiß der Teufel, wo wir hingeraten sind! So mach mal Licht, erscholl eine zweite Stimme. He, paß auf, wo du hinreitest! – Jetzt ... Bitte, halt deinen Gaul zurück! Wieder gedämpfter Hufschlag, dann Stille, das Rascheln von Papier, das Aufleuchten eines Streichhölzchens und endlich eine hochgehobene lodernde Flamme. Ihr Schein zeigte aber nur die Köpfe und Schultern von drei Reitern, umrahmt von einem nebeligen Lichtkreis, der ihre Pferde und selbst den unteren Teil ihrer eigenen Körper in dem undurchdringlichen Dunkel ließ; noch einmal