1. Kapitel: Der lange Billy und der kleine Jimmy.
Am Rande einer kleinen Prärie, nahe der Einmündung des Rio Mazapil in den Kanadian lagen an einem glutheißen Sommertag an der flachen Spitze eines mächtigen, würfelähnlichen Felsblocks drei Weiße, die als Brustwehr vor sich flache Steine aufgeschichtet hatten und mit gespanntester Aufmerksamkeit die Umgebung beobachteten. Zwei von ihnen trugen die gewöhnliche Tracht der nordamerikanischen Pelzjäger, hatten verwitterte, von der Sonne tief gebräunte bärtige Gesichter und unterschieden sich voneinander nur durch ihre verschiedene Körperlänge. Der eine, fast ein Riese, dabei dürr wie eine Hopfenstange, erwiderte jetzt auf die Frage des dritten Weißen, dessen Sportkostüm und ganze Ausrüstung mehr für eine Sonntagsjagd in einem zivilisierten Land als für einen Ritt durch die gefährlichsten Teile des ‚wilden Westens‛ geeignet schien: „Mylord, glaub’ schon, daß Ihnen Mund und Kehle trocken wie ‛ne gut gedörrte Büffellende sind –! Aber den Durst werden wir uns wohl noch ‛ne Weile vergehen lassen müssen, falls wir überhaupt noch jemals dazu kommen, Wasser oder was Ähnliches zu saufen! Wir liegen hier nun schon einen Tag, eine Nacht und noch ‛n halben Tag, und drüben stecken die verdammten roten Spitzbuben in den Uferbüschen und im hohen Gras. Sagte Ihnen schon, daß es Apachen sind, und nicht wenige! Die Halunken wissen ganz genau, wie fürchterlich die Sonne uns hier röstet und wie bald