Chapter

1

Je düsterer der frühe Oktoberabend von 1914 über den Wogen dunkelte, desto mehr belebten sich die Lüfte von unsichtbaren Wellen. Tausende von Stimmen im Sturm flogen über die windgepeitschten Länder und Meere, kreuzten sich, hallten ineinander mit ihren Meldungen: »Krieg auf Erden!« Alle Antennen des Festlandes arbeiteten, alle drahtlosen Stationen Europas rasselten, alle Funktürme der Erde sprachen, verkündeten mit ihren Schwingungen den Tagesverlauf des Weltbrands dem Freund und wider Willen auch dem Feind, empfingen von ihm ebensolche prasselnden Schwärme höhnender, unverständlicher Rätsel, ließen sie laufen, suchten sie zu überholen. Die Masten von Nauen schwangen, der Eiffelturm sprühte, Stationen des schwarzen Erdteils suchten den Anschluß an die ferne deutsche Heimat, die Schiffe auf allen Meeren des Erdballs riefen sich, warnten sich, gaben sich Nachricht vom Kanonendonner in der Südsee, vor Sansibar und Patagonien, von brennenden Wracks im Indischen Ozean, von japanischen Leichenhügeln vor Kiautschou, von Flintengeknatter in Südafrika, vom neuen Tod unter See und vom Untergang der Britenkreuzer durch »U9«. Die Wogenberge der Nordsee rauschten über ihrem Grab. Nacht und Grauen lag über der leeren Stelle in der Wasserwüste. Rings brüllte das Dunkel. Aber fern davon, an der belgischen Küste, stand in der Finsternis eine weit leuchtende, purpurdüstere Lohe. Dort brannte,

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