Chapter

Nach den Enteninseln

Der Weltkrieg hatte auch auf dem hart an der Seeküste der Danziger Bucht gelegenen Rittergute Schönbusch mancherlei Veränderungen mit sich gebracht. Der Besitzer, Herr Prager, war ebenso wie der größte Teil der Gutsarbeiter zu den Fahnen einberufen, so daß seine Gattin mit Hilfe des alten Inspektors Rummler die Wirtschaft allein schlecht und recht weiterführen mußte. Kein Wunder, daß Frau Prager sich unter diesen Umständen schon sehr auf den Anfang der großen Ferien freute, wo ihre beiden Kinder, der vierzehnjährige Fritz und die um ein Jahr ältere Ilse, für Wochen heimkehren und etwas Leben in das jetzt so stille Gutshaus bringen würden. Fritz und Ilse waren in Danzig, der Provinzialhauptstadt von Westpreußen, in Pension und besuchten dort die Schule. Kurz vor Beginn der Ferien erhielt Frau Prager dann von ihrem Jungen einen Brief, in dem er bat, seinen besten Freund Willi Kersten als Gast nach Schönbusch einladen zu dürfen. Willis Gesundheit sei angegriffen, seine Eltern besäßen jedoch nicht die Mittel, um, wie der Arzt verordnet hätte, ihren Sohn aufs Land in Pflege geben zu können. Frau Prager kannte Willi Kersten von gelegentlichen Besuchen in Danzig her bereits persönlich und hatte den stillen, fleißigen und bescheidenen Knaben, der offenbar einen recht guten Einfluß auf ihren eigenen, etwas wilden Sprößling ausübte, sehr in ihr Herz geschlossen, so daß sie keinen

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