Chapter

Die Kriegszeit beginnt

Unsere Erzählung beginnt zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, welcher soviel namenloses Elend über unser deutsches Vaterland überhaupt, besonders aber über die Gegend des Niederrheins gebracht hat. Es war eine traurige Zeit, wo die deutschen Stämme, anstatt geschlossen gegen ihre äußeren Feinde zu streiten, sich gegenseitig bekämpften. Überall herrschte Verwüstung, Armut, Krieg, Trübsal, Elend und oft Hungersnot. Deutschland war in sich selbst zerrissen und ganz uneinig. Im Jahre 1634 kämpfte auf deutschem Boden das schwedische Heer; der Untergang Deutschlands war beschlossene Sache. Der schwedische General Bauer schlug in zwei großen Schlachten 1635 bei Dömitz und 1636 bei Wittstock die Kaiserlichen Truppen. Seine Soldaten überschwemmten jetzt Pommern, Sachsen und Thüringen, verheerten und brandschatzten diese Länder in der greulichsten Weise. Blut, Leichen, abgebrannte Städte, Flecken und Dörfer bezeichneten den Weg, welchen die Schweden genommen hatten. Jetzt drang der berühmte Jan van Werth mit seinen kühnen Reiterscharen in Frankreich ein, überall Furcht und Schrecken verbreitend, und stand zum Entsetzen der Pariser im August 1636 vor ihrer Hauptstadt. 1637 bestieg Kaiser Ferdinand III. den deutschen Kaiserthron. Das Ende des Krieges war noch gar nicht abzusehen, obschon verschiedene Fürsten und auch der Kaiser dieses sehnlichst wünschten. Um diese Zeit trat

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