Chapter

Das Feuerwerk

Im fünften Jahre des Weltkrieges fanden sich sieben Freunde bei einem österreichischen Landsturmbataillon in Albanien. Diese sieben Freunde, verschiedenen Lebensaltern angehörend, verschiedenen Studien und Berufen entrissen, waren nicht so sehr durch die gleichen Schicksale, ja nicht einmal durch die gleiche leibliche Not miteinander so enge verbunden worden, als durch eine besondere Art der Qual, die ihnen gemeinsam auferlegt schien. Sie alle nämlich hatten vor dem Kriege, in einer Zeit, die jetzt so weit hinter ihnen lag, wie hinter einem Erblindeten die Welt der Farben, gerne ein gutes Buch gelesen oder eine Bildersammlung besucht, hatten sich an einem Stückchen alten Stoffes erfreut oder waren in Stunden der Sammlung am Klavier gesessen, kurzum hatten bis zu jenem verhängnisvollen Tage, da man sie ihrer Freiheit beraubte, das Leben geistiger Menschen geführt, denen nach der Mühsal eines lärmenden Alltags stilles Betrachten Bedürfnis ist. Die sieben Freunde also schlossen eine Gemeinschaft, um sich in einer Umwelt geistiger Leere über Dinge zu unterreden, die nicht mit der Hand zu greifen waren, sondern jener zauberhaften Versunkenheit und Ferne angehörten, von der hier niemand etwas auszusagen wußte. Sie verstanden es – der Jüngste noch Freiwilliger, der Älteste Oberleutnant – so einzurichten, daß sie immer zusammen Quartier bekamen, und sie meldeten sich auch, so wenig sie

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