Chapter

1. Im tiefen Keller.

Ein Kloster an der Donau nicht weit von X. Hohe Felsen tauchen ihre Brust in das grüne Gewässer, eine düstre, verwitterte Gesteinsstrecke, ursprünglich vielleicht eine ungeheure Höhle, unter deren Wölbung in Finsterniß und Stille, gleich dem Acheron, die Donau dahinzieht. Am rechten Ufer treten die Steinmassen plötzlich zurück und lassen einen schmalen Landstrich frei, anf dem seit Jahrhunderten das Kloster steht. Es führt kein anderer Weg zu ihm, als der Fluß. So liegt dieses Kloster fast abgeschlossen von der übrigen Welt, in einer Natur voll strenger Größe. Steht man im Klosterhof, so bildet der steile Felsen den Hintergrund; zwei Flügelgebäude ziehen sich flußwärts und werden am Ufersaum durch die Kirche verbunden. Derjenige Flügel, dessen Thorweg der einzige Ein- und Ausgang ist, enthält eine Brauerei, die Vorratskammern und Keller; bewohnt wird er von wenigen weltlichen Wirthschaftsknechten. Der andere Flügel ist das eigentliche Kloster. In seinem ersten Stock liegen Zellen für zwanzig Mönche, im Erdgeschoß befindet sich außer einigen Gastzimmern für hochgestellte Geistliche das Refektorium und die Bibliothek. Alle Gemächer gehen nach einem Garten hinaus, den man der Landzunge noch zur Noth abgerungen hat; die Fenster der Corridore aber führen nach dem Hof. Zur Zeit, da unsere Geschichte sich im Kloster ereignete, bewohnten es zwölf, mit dem Prior dreizehn, Benedictiner.

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