Chapter

Erstes Kapitel. Was im Wochenblatt steht

»Ei der tausend, da steht ja etwas im Wochenblatt, was mein Gretchen angeht!« sprach Herr Reinwald zu seiner kleinen Tochter, die neben ihm am Tisch saß und mit farbigen Würfeln spielte, während der Vater die Zeitung las. »O Vater, du machst nur Spaß,« antwortete Gretchen und sah ungläubig, aber doch neugierig zum Vater auf. »Nun hör einmal selbst, wenn du's nicht glaubst,« erwiderte der Vater, und langsam und deutlich las er vor: »Am 1. März vormittags 11 Uhr sind diejenigen Kinder, die bis dahin das siebente Lebensjahr zurückgelegt haben, zur Schule anzumelden. Dies wird allen Eltern und Vormündern, insbesondere auch den Eltern von Gretchen Reinwald, zur Kenntnis gebracht.« Mit größter Aufmerksamkeit hatte Gretchen zugehört und als ihr eigener Name kam, war sie dunkelrot geworden. Als aber der Vater die Zeitung weglegte, hatte er ein so eigentümliches Lächeln um den Mund, daß Gretchen dachte, am Ende sei doch alles nur Spaß – man wußte nämlich nie recht, wie man in solchen Dingen mit dem Vater daran war. Da mußte die Mutter zur Hilfe kommen. Gretchen sprang hinaus in die Küche, wo die Mutter eben mit der Lene Beratung hielt, denn morgen war Fastnacht und da sollten Küchlein gebacken werden. »Mutter, komm doch herein, aber schnell, bitte, es steht ja etwas im Wochenblatt von mir!« »Von dir?« riefen die Mutter und Lene gleich sehr erstaunt. »Ja, der Vater sagt's, o sieh doch

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