Chapter

Kapitän Joosts Ende

Der Mann, der dort in den Kurhausanlagen des Ostseebades Heringsdorf in jenen Herbsttagen 1923, als wir das Problem des toten Tümmlers erledigten, das dürre Laub zusammenharkte und dabei so oft in seiner Arbeit innehielt und wie sehnend über das endlose Meer ins Leere starrte, — dieser Mann in dem unglaublich verwahrlosten Anzug, mit Schuhen, die mehr Löcher als Leder hatten und mit dem von Falten zerrissenen dunkelgebräunten Gesicht und den seltsam finsteren in sich gekehrten Blicken, — dieser Ortsarme war für Heringsdorf das Original … So sagte wenigstens der Fischer August Grull, dem wir das Problem des toten Tümmlers verdankten. Er sagte es, als wir drei, Grull, Harst und ich, den alten Mann still eine Weile beobachtet hatten und als Harald dann leise meinte: »Ein Mensch, der sehr viel erlebt haben muß …« »Unser Original hier,« erklärte Fischer Grull da. »Unser einziges Original … Ein Mensch, der als Schiffskapitän aller Herren Länder besucht, der ein nettes Haus hier besessen hat, der dann alles — alles … versoff, alles! Der noch heute, wenn Sie ihm Geld schenken, sofort in die nächste Kneipe rennt … Und wenn einer ihm Stiefel oder ein Hemd oder eine Joppe gibt, weil man ja Erbarmen hat mit der Abgerissenheit des Alten, dann — dann verkauft er die Sachen beim Trödler in Swinemünde drüben und säuft sich sternhagelvoll … Ja — — unser Original, der Kapitän Gottlieb Joost …« —

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