Der Sultan von Kuala
Du Vernois gab sich für einen Kanadier aus, aber viele behaupteten, er sei ein Deutscher oder ein Holländer. Jedenfalls war sein richtiger Name Paulus Jan von Beck-Duvernois. Diesen Namen kürzte er selber ab, und um auch dem gekürzten Namen den Charakter des Adels zu lassen, trennte er zugleich, was blieb, in du Vernois. Freilich nannte er sich auch manchmal nur von Beck. Im Leben eines Mannes, der wie dieser zwischen den Weltteilen wirkte, können Lagen entstehen, in denen es von Vorteil ist, mehrere Namen zu führen und in einem du Vernois nicht zugleich auch einen Beck erkennen zu lassen. Paulus Jan du Vernois stand am Kopf seines Briefpapiers, begleitet von der Bezeichnung des Berufs: »Internationaler Rechtsanwalt«, und zwischen Klammern darunter (Yale University USA.). Das wollte sagen, daß er an dieser Hochschule studiert hatte. Vielleicht stimmte die Angabe. Man hörte niemals, daß jemand es nachgeprüft hätte. Beck-Duvernois saß in dem auf europäisch hergerichteten Empfangszimmer des Sultans von Kuala. Die Möbel waren zierlich und vergoldet, aber der Sultan selber war ein kräftiger Mann, gedrungen, mit breiten Schultern, in jugendlichem Alter. Sonst trug er den gebatikten Sarong aus Seide, der straff über seiner athletischen Brust saß. Aber zum Empfang des Weißen war er in einen Anzug aus chinesischer Rohseide und von europäischem Schnitt gekleidet. Zwei junge javanische