Was-Die-Schlange-Zaehlt
Neunzehn Tage brauchte Dário bis zur grünen Tür. Frau Okonkwo war da längst fort — an einem Dienstag durch die Tür getreten und, wie versprochen, nicht zurückgekehrt, um zu sagen, was dort wartete. Er hatte aufgehört, es zu erwarten. Stattdessen hatte er die Schlange zu verstehen begonnen, wie sie sie verstanden hatte: nicht als Warten, sondern als langsamen Aufstieg, jeder halbe Schritt ein kleines Aufgeben dessen, der ganz unten angetreten war.
Endlich öffnete sich die Tür für ihn. Dahinter lag kein Büro, keine Praxis, kein bürokratischer Schlund, auf den er sich gefasst gemacht hatte. Es war ein einziger weißer Raum mit einem Schreibtisch, und dahinter eine junge Frau, die mit der eigenartigen Ruhe aufblickte, die jemand hat, der dies schon oft erklärt hat.
"Sie sind der elftausendste Mensch, der diese Tür erreicht", sagte sie. "Glückwunsch. Es gibt keinen Preis. Ich sage Ihnen, was die Schlange ist — denn das ist die ganze Arbeit — und dann entscheiden Sie, ob Sie hinuntergehen und sich vorn hinstellen, damit der Nächste glaubt, der Weg habe einen Sinn."
Sie ließ es wirken.
"Hier wird nichts verkauft. Keine Leistung, keine Ware, kein Geheimnis. Eine Forschungsgruppe wollte wissen, was Menschen ertragen, wenn man ihnen sagt, ein Warten habe Bedeutung, und ihnen die Bedeutung verweigert. Wie lange sie stehen. Was sie aufgeben. Ob Fremde, zum Schweigen verpflichtet, einen
