Eine-Arbeit-Ohne-Ware
Die App nannte es Anwesenheitsarbeit, was Dário für die höflichste Lüge hielt, für die man ihn je bezahlt hatte.
Die Regeln kamen um fünf Uhr früh als Mitteilung: erscheinen an der Calçada do Combro 114, hinten an den Letzten anschließen, die Schlange nicht verlassen, die Schlange nicht fotografieren, die anderen Stehenden nicht fragen, warum sie hier sind. Elf Euro die Stunde, dazu ein Bonus, dessen Bedingungen er nicht verstand, nur beschriftet mit: *Aufstieg*. Die Miete war fällig, und seine Schwester glaubte, er arbeite in der Logistik. Also ging er.
Die Schlange begann an einer grünen Tür ohne Schild, lief den Hügel hinauf zurück, über zwei gekachelte Treppenfluchten, um eine Ecke, deren Ende er nicht sah. Sie bewegte sich nicht, wie Schlangen sich bewegen. Sie drängte nicht, wenn sich etwas öffnete, und seufzte nicht, wenn nichts geschah. Sie *kroch* — alle zwanzig Minuten ein halber Schritt, die ganze Länge verschob sich wie ein einziges langes Tier, das sich im Schlaf umdreht. Niemand sprach. Niemand hielt ein Handy. Sie standen nur, die Gesichter den Hügel hinauf zur Tür gewandt, und warteten mit einer Geduld, die ihn mehr erschreckte als jede Ungeduld.
Die Frau vor ihm war klein und sehr alt, den Mantel in der Junihitze bis zum Hals zugeknöpft. Nach einer Stunde sagte sie, ohne sich umzudrehen: "Erster Tag."
Es war keine Frage. "Woran sehen Sie das?"
"Sie schauen