Chapter

Das Eisen im Feuer

Um die Stadtmauer wehte der Frühling, und die Torwächter, die morgens die Tore aufschlossen: das Neue, das Oranienburger, das Hamburger, das Rosenthaler, Schönhauser, Prenzlauer, Königs- und Landsberger Tor, das Frankfurter, Stralauer, Schlesische, Köpenicker, Kottbusser, Wasser-Tor, das Hallische und Anhaltische, das Potsdamer und das Brandenburger Tor, wunderten sich, wie hübsch grün es schon draußen wurde. In der Stadt merkte man noch nichts vom Frühling. Die Rinnsteine freilich fingen an zu duften; aber das taten sie auch im Winter, wenn es gelinde Witterung war, unter den Rinnsteinbrücken das Eis schmolz und alles, was sich in Frosttagen da aufgestaut hatte an Abwässern und Unrat, überfloß auf den gepflasterten Bürgersteig. Der Nachtwächter hatte die Nacht ausgepfiffen und war nach Hause gestolpert; die ersten Waschfrauen mit ihren Laternchen waren zur frühen Arbeit geeilt. Heute war Wochenmarkt. Die Torwächter mußten sich beeilen, daß sie die Bauern und Händler einließen, die lange schon mit ihren Karren, draußen gestanden hatten. »Na, wird et nu bald?!« Die Harrenden, die gewohnt waren, geduldig zu warten, bis es den Torwächtern beliebte, fingen an zu murren. Was, noch ungebärdig werden wollte so ein Kerl, so ein Mistfink? Was war denn seit einiger Zeit mit denen los?! Der Schlacht- und Mahlsteuerbeamte Piefke im grünen, blaukragigen Rock, dessen Amt am Halleschen darin

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