Erstes Kapitel
Ein drittes Mal begegnete Yen-Hui Kung-Fu-Tse und sagte: »Ich komme weiter.« »Wie das?« fragte Kung-Fu-Tse. »Ich bin alles losgeworden«, antwortete Yen-Hui. »Alles losgeworden!« sagte Kung-Fu-Tse ergriffen. »Was meinst du damit?« »Ich habe mich von meinem Körper frei gemacht«, antwortete Yen-Hui. »Ich habe meine Gedanken entlassen. Da ich so Leibes und Geistes ledig wurde, bin ich eins mit dem Alldurchdringenden geworden. Das ist es, was ich damit meine, daß ich alles losgeworden bin.« Reden und Gleichnisse des Tschuang-Tse Nicht lange nach dem großen Kriege stand um die Abendzeit eines Vorfrühlingstages ein Mann an einem der Westfenster seines Hauses und hob, in Gedanken verloren, den Blick von einem alten und unansehnlichen Buch, das er in den Händen hielt. Der große Abendhimmel, wolkenlos und von fernen Feuern brennend, erfüllte durch das weite Fenster den ganzen Raum mit rötlichem Licht. Die farbigen Einbände in der Bücherwand glühten, die fremdartigen Waffen und Masken in einem seitlichen Schrank schimmerten in einem fast bösen Glanz, und der unter Qualm und Nebel feuernde Kreuzer auf dem einzigen Bilde an der Wand schien, so beglänzt, geradeswegs in den flammenden Abgrund einer Götterdämmerung hineinzustürmen. Aber das verzauberndste Licht sammelte sich auf der gewölbten Fläche des riesigen Globus, der auf einem schwarzen Sockel frei vor der Mitte der Bücherreihen stand.