Das dritte Geschlecht
»Mach doch das Buch zu, Claire! – Das geht entschieden nicht so weiter. Ich muss Dich ernstlich bitten – heirate mich!« Also sprach der Privatdozent Doktor Josef Reithmeyer, wohnhaft zu München in der Blütenstrasse in einem Rückgebäude über eine Stiege, zu seiner schönen Freundin Claire de Fries, in Zürich, gebürtig aus Groningen in Friesland, Studentin der Medizin derzeit zu Besuch in der Blütenstrasse im Rückgebäude über eine Stiege. Das nicht eben grosse Studierzimmer Doktor Reithmeyers war zur Hälfte in hellen Sommersonnenschein getaucht und die beleuchteten Staubteilchen verschlangen sich mit den langsam ziehenden zartblauen Cigarettenrauchwolken zu seltsam fantastischen Mustern in dem breiten Lichtbande, das die noch nicht gar hoch stehende Sonne vom Fenster aus quer durch das Zimmer zog. Die andere Hälfte des behaglichen Raumes lag im Schatten. Eine Glasthür führte hier auf das Dach eines Holzschuppens hinaus, und über diesem Dach hatte sich der Herr Doktor ein Leinwandszelt errichten lassen, dessen Seitenteile zum Ziehen eingerichtet waren, sodass man zu jeder Tageszeit die Sonne aussperren konnte. Der Frühstückstisch stand noch unabgeräumt unter diesem Dachzelt und eine kleine Spatzenschaar balgte sich lärmend um die Brotkrumen auf dem Boden und auf dem bunten Tischtuch herum. Das Spatzengezänk, das eifrige Hämmern aus der Schusterwerkstatt im Erdgeschoss und das