Vorwort
Diese kleinen Gedichte sind in Hamburg, Kötzschenbroda, auf Rügen und in Erkner entstanden. In Erkner die meisten. Ob sie nun dichterischen Wert haben oder nicht, sie sind da, und ich werde sie nicht ableugnen. Sie gehen von einfachen Empfindungen aus, und hierin sehe ich noch immer das Wesen der Lyrik. Nach all diesen immerhin gesuchten Zufälligkeiten betrat ich in »Fasching« und »Bahnwärter Thiel« eine ruhige, ernste, aussichtsreiche Bahn. Hier war jeder Schritt ein Schritt und eröffnete weite, gesunde Gebiete. Bücherfreunde haben dies bunte Büchelchen neu aufgelegt. Es enthält noch heute mehr für mich als für jeden anderen Leser. Bei jedem seiner Gedichte steigen Situationen, Jahreszeiten der Seele, Schicksale auf. Insofern ist eine ursprünglich überaus schlichte Äußerung mit der Zeit zum unerschöpflichen Reichtum für mich geworden. Möge das bunte Buch seinen Freunden die Liebe und aufgewandte Mühe nicht ganz unbelohnt lassen. Santa Margherita Ligure, am 19. März 1924. Gerhart Hauptmann Der Wiederabdruck in Band 1 der »Ausgabe letzter Hand«, Berlin, S. Fischer 1942, ist um die beiden Gedichte »Frau Julie Schubert ins Stammbuch« und »Widmung an Marie Thienemann« vermehrt. Ich kam vom Pflug der Erde zum Flug ins weite All und vom Gebrüll der Herde zum Sang der Nachtigall. Die Welt hat manche Straße, und jede gilt mir gleich, ob ich ins Erdreich fasse, ob ins Gedankenreich. Es