Eppeles Geburt und wie er sogleich den Pfaffen Isidor taufte
Herr Arnold von Gailing, Reichslehenmann auf Feste Wald bei Gunzenhausen und Burgherr von Gailnau, Illesheim, Röllinghausen und Drameysl im fränkischen Land, durfte sich nur etlicher Wochen seines erstgeborenen Sohnes freuen. Seine fromme Frau Jutta nahm dieses Schicksal für eine Mahnung des Himmels und gelobte die nächste Frucht ihres Leibes der heiligen Kirche, welcher gottgefällige Verspruch nicht ohne die kräftige Nachhilfe des Burgkaplans Isidor geschah. Herr Arnold von Gailing hatte sich zuletzt brummend in das Gelöbnis gefügt, zumal auch der tapferste Ritter nicht bestehen kann, wenn Frau und Pfaffe gegen ihn verbündet sind. Insgeheim hoffte Herr Arnold, der nächste Sproß seiner Lenden möchte ein Maidlein werden, durch welchen Wunsch er gewiß keinen Betrug am Himmel beging, in dessen Macht es wohl steht, ob Knabe oder Mädchen. Als aber die Nachricht kam, Frau Jutta wäre glücklich wieder eines Sohnes entbunden, zupfte Herr Arnold von Gailing unwirsch den rabenschwarzen Bart und maß dröhnend die Burgstube von Schloß Illesheim auf ihre Länge und Breite. Hinter ihm ging wie ein verkrüppelter Schatten der Pater Isidor und erinnerte mit vielen gewundenen Worten an den Verspruch der edlen und frommen Dame Jutta. Dabei vergaß Pater Isidor jedoch auch der sehr weltlichen Vorteile dieses Seelenverkaufs nicht und stellte Herrn Arnold eindringlich vor, welches geruhige, aller Sorgen