Das Buch Sulamith und Maria
Es war ein frommer Mann mit Namen Joseph, der lebte schon vierzehn Jahre mit seiner Ehegenossin in Friede und Glück, denn der Herr hatte ihn gesegnet an zeitlichen Gütern, so daß es ihnen an nichts gebrach, außer einem, das ihnen Leid machte, so oft sie daran dachten. Der Herr hatte nämlich ihnen keine Kinder gegeben, so oft sie auch darum beteten und Almosen gaben. Da sprach Joseph zu seinem Weibe Elisabeth: Was der Herr tut, das ist wohlgetan, und ihm sei Dank und Preis für alles. Da sprach das Weib: Amen, also ist es. Aber es geschah über ein kleines, daß es sich fand, daß Elisabeth schwanger war; da freuten sich beide nicht wenig, und der Mann sprach: Gelobet sei der Herr, unser Väter Gott. Er straft, aber nicht allezeit, Er verbirgt sein Angesicht, aber nur eine Weile; Er hat angesehen unser Gebet und unsere Prüfung hinweggenommen. Als aber die Stunde des Gebärens kam, geschah es, daß Elisabeth so übel lag, daß man sich ihres Lebens verzieh. Da wollte Joseph vor Schmerz das Herz zerspringen, und er ging beiseite und nahm die Bibel, um Trost zu suchen, und er schlug sie auf, vermochte aber vor allzu großer Betrübnis nicht zu lesen, sondern gedachte seines ehemaligen Glückes mit dem Weibe seiner Jugend. Als er sich aber faßte, trafen seine Augen auf die Stelle des Hohen Liedes Salomonis: Kehre wieder, kehre wieder, o Sulamith; kehre wieder, kehre wieder, daß wir dich