Das Breviarium der Ehe
Was ich euch hiermit beschere, Kleinigkeiten sind's zum Lachen, Scherze für die Etagère Und poet'sche Nippessachen. Hier und da ist nun ein Sprüchlein Freilich etwas ernst geraten; Doch dies mag dem kleinen Büchlein Eben nicht besonders schaden. Wer den Ernst allein für Weizen und den Scherz für Unkraut hält, Findet dieses Büchleins Acker, Fürcht' ich, herzlich schlecht bestellt. In Belagrungszustand will ich Euer junges Haus erklären, Und mit frischen Dichterrosen Bombardierend es verheeren. Rosen sind die schönsten Blumen, Die die Erde mag besitzen; Doch verzeihen müßt ihr freundlich, Wenn einmal die Dornen ritzen. Mit dem meisten Schmerz empfunden Werden nicht die tiefsten Wunden. Ihr vermerkt es arg und bitter, Ist im Aug' ein Stäubchen Erde; Unterm Nagel nur ein Splitter Macht die grimmigste Beschwerde. Ungereimtes gibt's im Leben Nun einmal gar mancherlei; Mühe hab' ich mir gegeben, Wie auch dies zu reimen sei. Fein aufgeputzt, im allerneusten Fracke, Mit frischen Glaçés, unterm Arm die Claque, In seidnen Strümpfen und mit leisen Tritten Komm' ich zu euch, Vermählte nun, geschritten! Zu sanftem Wohllaut zwing' ich meine Sprache Und flüstre leis; wohl weiß ich, was ich wage. Brautleute sind ein ganz besonder Völkchen. Da glänzt der Himmel blau mit goldnen Wölkchen, Und nicht genug, er hat auch dies noch eigen: Dazwischen hängt es voll von lust'gen Geigen. Da ist nun sehr