Chapter

I.

Wir sprechen von der Zeit zwischen dem Frieden von Tilsit und dem Congresse zu Erfurt, das heißt von der Zeit des höchsten Glanzes des Kaiserreichs. Eine Dame saß in ihrem Morgennegligee, bestehend aus einem langen Schlafmantel von indischem Musselin mit prachtvollen Balenciennen besetzt, unter welchen man nichts als die Spitzen von ein paar Sammtpantoffeln hervorblicken sah, mit einem Kopfputz nach der Mode jener Zeit, das heißt auf der Spitze des Kopfes thronend und die Stirne mit zahlreichen Locken von kastanienbraunen Haaren umschattend, welche durch die Regelmäßigkeit ihrer Ringeln verrieten, daß der Haarkünstler so eben erst da gewesen —— diese Dame saß also auf einem mit blauem Atlas überzogenen Sofa in einem reizenden Boudoir, welches das entlegenste Zimmer einer Wohnung im ersten Stocke in Nro. 11 der Straße Taitbout war. Zunächst wollen wir einige Worte über die Dame, dann über das Boudoir sagen, und hierauf wollen wir auf die Sache selbst eingehen. Wir sagten, eine Dame; wir hätten aber beim ersten Anblick fast sagen können, ein junges Mädchen, denn obgleich sie ungefähr sechsundzwanzig Jahre zählte, so schien sie doch nicht älter als neunzehn zu sein. Diese Dame war außer der Zierlichkeit ihrer Taille, der Feinheit ihrer Füße, und der Weiße ihrer Hände mit einer jener Figuren ausgestattet, welche zu allen Zeiten das Vorrecht gehabt haben, die Köpfe derer zu

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