Chapter

Das Bombardement von Schaerding

Der alte Rentbeamte Regler war ein freundlicher Mann, dem Alles wegen seiner Herzlichkeit und seines offenen Wohlwollens gut war. Wenn er mit seinem schneeweißen Kopfe den Weg zur Kirche herankam oder durch’s Thor ging, um über die Brücke oder längs des Capuzinerklosters seinen Spaziergang zu machen, da nickten ihm von allen Seiten, aus allen Fenstern lächelnde Grüße zu, und aus jeder Hausthüre scholl ihm irgend ein freundliches Wort entgegen. Er kam auch selten weit auf seinen Spaziergängen, denn links und rechts gab es Veranlassung still zu stehen und mit Jemand zu plaudern. Bald waren es Kinder, die von ihrem Spielzeuge wegsprangen, um mit einem halb verlegenen „Grüß Di’ Gott“ dem bekannten Spaziergänger die Hand zu reichen, der für solche Fälle immer eine kleine Kindergabe in der Tasche trug; bald war es irgend eine bedrängte Hausfrau, der es wohl that, die kleinen Sorgen ihres Haushaltes vor dem alten Manne auszuschütten, der, wenn er auch nicht zu helfen vermochte, doch mit einer Art zuhörte, daß es der Klagenden wohl that – bald endlich war es ein Bürger oder ein Bauer, der mit den Behörden auf irgend eine Art zusammengerathen war und der sich glücklich fühlte, sich bei dem erfahrenen Beamten Rath zu holen, der an Allem so lebhaft Antheil nahm, als wenn er noch zur Stunde nach seinem Lieblingsausdrucke – „der Rentteufel“ gewesen wäre. Was ihm so besonders die Herzen

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