I. Teil
Bleikolik. – Das Bleioxyd. – Zubereitung der Speisen in Bleigefäßen. – Thee und Schnupftabak in Blei. – Kinderspielwerkzeuge von Blei. – Bleischrot beim Reinigen der Glas- und irdenen Flaschen. – Das Blei im geschossenen Wild. – Der Bleiverbrauch bei Küchen-, Speise- und Trinkgeschirren. Schon in den ältesten Zeiten kannte man die höchst gefährliche Krankheit, die bei solchen Menschen auftritt, welche sich fortwährend mit der Bearbeitung und Verwendung des Bleies und dessen Verbindungen beschäftigen. Diese Krankheit nannte man wegen der sie begleitenden heftigen Leibschmerzen die Bleikolik oder auch, da sie insbesondere die mit Bleifarben sich beschäftigenden Maler und Anstreicher befällt, die Malerkrankheit. Die Ursachen dieser Krankheit sind zweierlei Art: für's erste wird sie veranlaßt durch das stetige Einathmen einer mit den Dämpfen und den staubigen Theilen des Bleies verunreinigten atmosphärischen Luft, wie sie in den Werkstätten, wo Blei verschmolzen oder sonst verarbeitet wird, immer enthalten ist; für's andere kann sie aber dadurch hervorgerufen werden, daß die Arbeiter in solchen Werkstätten eine Verunreinigung der freiliegenden Körpertheile mit dem Staub des Bleies u. s. w. nicht füglich vermeiden können, wodurch theils eine Aufsaugung nach den innern Körpertheilen veranlaßt, theils aber auch durch die Hände eine Verunreinigung der davon befaßten Speisen verursacht