Eine Heirat auf Kredit
Der junge Doktor Falk sah hin, das niedliche Suschen sah her, wie es denn seit ziemlich alten Zeiten unter jungen Leuten Sitte geworden ist. Der Doktor war ein artiger Mann, hatte zwei Universitäten besucht, dann die Spitäler von Wien, Mailand und Pavia, und so viel gelernt, daß er, so gut wie irgend einer seiner Zunft, die Kranken nach dem neuesten medizinischen System ins bessere Leben befördern konnte. Aber solche Geschicklichkeit erwirbt man nicht umsonst; Doktor Falk hatte beinahe seine ganze väterliche Erbschaft daran geopfert. «Hm,» dachte er: «komm' ich nach Haus, so heirat ich ein reiches Mädchen, das gern Frau Doktorin wird, und es ist uns beiden geholfen!» Allein, der Kopf denkt, das Herz lenkt! Das hübsche Suschen hatte den vollkommensten Beruf, Frau Doktorin zu werden. Nur - das Geld ging ihr ab. «Das wird sich auch endlich finden, liebes Suschen!» sagte der Doktor, und drückte dem weinenden Mädchen einen Kuß auf die Lippen: «Siehst du, ein Doktor muß heiraten, sonst hat man zu ihm kein Vertrauen. Du bringst mir also Kredit, und durch den Kredit Patienten, und die Patienten bringen Geld, und vermögen sie es nicht, so bringen es die Erben. Zudem Jungfrau Sarah Waldhorn ist ja deine Tante, sie steht hoch in den Vierzigern; sie ist reich genug, daß uns der siebente Teil ihres Vermögens aus aller Not helfen kann. Darauf hin muß man schon eins wagen.» Lieber Himmel, was