Chapter

Vorrede

Vielen, die mir in diesem Leben zu Freunden und Bekannten wurden, möchte ich diese Blätter, Erinnerungen aus meiner Knabenzeit, zum freundlichen Andenken hinterlassen. Zwar können sie ihnen aus meinem eigenen Leben nur weniges bieten. Das Leben eines Knaben, meistens nur in ruhigen Verhältnissen, im Schoße und Schutze der Eltern, bietet wohl wenig Außergewöhnliches dar, aber ich betrachte hier mein eigenes Leben auch nur als einen Faden, an den sich Bilder aus dem denkwürdigeren Leben anderer, die mich damals berührten, anreihten, wie zum Beispiel aus dem Leben meines Bruders Georg. Der bewegteste Teil seines Lebens fiel in meine Knabenzeit, die Zeit der ersten französischen Revolution. Von der Akademie zu Stuttgart aus hatte er sich mit aller Begeisterung eines jugendlichen, nur von Freiheit und Menschenbeglückung träumenden Gemütes der Revolution in die Arme geworfen und in Paris die ganze Zeit ihrer Schrecken durchlebt, zuerst als Jakobiner, dann aber, als sich diese als Mörder der Freiheit, als Terroristen zeigten, als ihr eifriger Gegner. Bilder und Erlebnisse in der Jugend gehen, je mehr wir uns von ihr entfernen, in um so hellerem Lichte in uns auf dem schwarzen Grunde des Alters auf; das Ende berührt den Anfang, wir nähern im Alter uns selbst wieder mehr der Kindheit. Es gab Greise, denen die Erinnerung aus ihrem Jünglings- und Mannesleben völlig verschwand, während die

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