1. Kapitel. Wieder daheim.
»Halt an!« sagte ich. »Brrr!« machte der Fuhrmann. Der alte Gaul, dessen Geschirr rasselte und klapperte wie die Kette einer Marssegelschoot in einer Bö, blieb stehen und ich stieg auf meine Seekiste, um mir die Gegend mit Muße zu betrachten. Es war im Monat August des Jahres 1850. Ein blauer, leicht bewölkter Himmel wölbte sich über den Hügeln und Fluren der reizvollen Landschaft. Auf der einen Seite ein breites Wiesenthal, auf dem hie und da zerstreut rotbunte Kühe und weiße Schafe grasten. Auf der anderen schlängelte sich eine staubige Landstraße an Baumgruppen und buschigen Gehölzen vorüber bis auf die Höhe eines grünen Hügels. In der Ferne glitzerte der Fluß wie Silber und auf den Gefilden standen die Heuschober wie riesige Pilze. Ein lauer Wind strich daher, würzig von dem Dufte unzähliger balsamischer Kräuter; nachdem ich jahrelang nur die salzige Seeluft geatmet hatte, war dieser weiche, liebliche Wohlgeruch ein entzückender Genuß für mich. Wer erfahren will, wie über alle Beschreibung reizvoll die heimatlichen Fluren sind im Lichte eines milden Sommernachmittags, wenn die Schatten der losen Wölkchen drüber hinziehen, wenn der Wind in den Bäumen lispelt und die Bienen im Sonnenschein summen, der muß, wie ich, soeben von einer dreijährigen Seereise zurückgekehrt sein. »Vorwärts!« rief ich und setzte mich wieder auf die Kiste nieder. »Hüh!« sagte der Fuhrmann und