Chapter

Das Armband der Lady Melville

Frau Thora Torstensen war überglücklich! Nun hatte sie auch die beiden seit Tagen leerstehenden Zimmer wieder vermietet. Und dazu noch an so solide Herren gesetzten Alters, einen englischen Ingenieur und einen Wiener Geschäftsreisenden, die beide gleich für eine Woche vorausbezahlt hatten. Frau Torstensen lief hurtig wie ein Wiesel in die Küche und teilte ihrer Köchin Ulla die frohe Botschaft mit. — »Ulla — soeben bin ich auch Busleys Zimmer wieder losgeworden. Der Herr zieht sofort ein. Es ist ein Engländer namens Percy Haberton, Ingenieur.« Ulla, die mit Frau Torstensen noch die besseren Zeiten durchgemacht hatte, als der Major Torstensen noch lebte, brummte etwas wie »Alle Engländer können mir gestohlen bleiben!« vor sich hin. »Ulla, Ulla!« meinte da die Frau Major. »Sie müssen doch den anderen Engländern nicht unterschiedlos nachtragen, was der Busley uns für Unruhe und Laufereien bereitet hat!« »Na — ein Mensch, der hier in ein anständiges Haus kommt, plötzlich an Schlagfluß stirbt und von dem sich dann herausstellt, daß er fraglos unter falscher Flagge segelte, der sicherlich ganz anders hieß und der begraben wurde, ohne daß sich auch nur ein einziger Verwandter hier in Kopenhagen meldete, — so ein Mensch ist ein Spitzbube oder Mörder gewesen, nichts anderes!« »Unsinn! Reden Sie nur nicht derartiges vor anderen, Ulla! Er kannte keine Seele hier in Kopenhagen der Macdonald

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