Chapter

Vorrede des Herausgebers

Es war ein alter Freund, ein Bekannter aus meiner frühesten Jugend, der mich vor ungefähr drei Jahren verließ, um sich wieder einmal in den Gebirgsgegenden umzuschauen und zu ergötzen, die er immer wieder besuchte, wenn es ihm möglich war, eine Reise zu unternehmen. Niemals bereisete er zum Vergnügen ein ebnes Land, noch weniger richtete er seinen Zug jemals nach Norden. Dies waren seine Eigenheiten, deren er viele hatte, und manche so wunderliche, daß seine Freunde unter diesen Capricen oftmals litten. Was am schwersten zu übertragen war und was uns Andere am meisten störte, war sein unerschütterlicher Prosaismus, wie man wohl seit manchem Jahre die Unfähigkeit, durch Poesie, oder seltsame Verhältnisse sich erhitzen oder begeistern zu lassen, hat nennen wollen. Philisterei ist seit 1774, in welchem Jahre Göthe's Werther erschien, noch mehr als Bezeichnung ruhiger, verständiger und brauchbarer Menschen beliebt worden, die eben kein heißes Herz, keinen Enthusiasmus haben, oder die das Geheimniß in der menschlichen Natur, den Adel der Leidenschaften, die Naivetät und Großheit ächter Simplicität nicht sehen und anerkennen wollen; denn dieses alles wird immer von jenen, die halbgebildet sind, durch Altklugheit und frühreife Weisheit, so wie voreiliges Abschließen der schwierigsten Fragen und Zweifel auf immer vertilgt. Die Worte Philister und Philisterei sind uns geblieben, ja

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