Die Konfrontation
Vogt lud Lohmann zum Gespräch, nicht zum Verhör, weil sie wollte, dass er sich sicher fühlte. Er kam mit seinem Anwalt, einem Mann, dessen Stundensatz höher war als Vogts Monatsgehalt, und er lächelte das Lächeln eines Menschen, der überzeugt war, dass die Welt nach seinen Regeln spielte.
Sie legte ihm die Beweise vor, einen nach dem anderen, wie Karten auf einem Tisch. Die Überwachungsbilder des Doppelgängers. Die Aussage der Frau, die ein geschlossenes Restaurant beschrieben hatte. Die Kontoauszüge, die zeigten, dass Lohmann drei Tage vor dem Mord fünfzigtausend Euro an einen Mann überwiesen hatte, der im Melderegister nicht existierte. Mit jedem Beweis wurde Lohmanns Lächeln dünner, bis es verschwand wie Eis in der Sonne.
Der Anwalt bat um eine Unterbrechung, und Vogt gewährte sie, weil sie wusste, dass die Unterbrechung nichts ändern würde. Die Beweislage war erdrückend, das Alibi in Trümmern, und Lohmann war klug genug, um zu wissen, dass ein Geständnis die einzige Karte war, die ihm blieb. Als er zurückkam, waren seine Augen rot, und er begann zu reden. Er redete drei Stunden lang, und Vogt hörte zu, geduldig und genau, weil sie gelernt hatte, dass die Wahrheit manchmal nur dann ans Licht kam, wenn man ihr genug Zeit gab.