Erstes Kapitel
Zwei Tage später kam Maria Dmitriewna, wie sie es versprochen hatte, mit den übrigen Eingeladenen nach Wasiliewskoie. Die kleinen Mädchen liefen sogleich in den Garten, Maria Dmitriewna aber ging mit schmachtender Miene durch alle Zimmer, lobte mit schmachtender Stimme Alles. Ihren Besuch bei Lawretzky hielt sie für ein Zeichen großer Herablassung, fast für eine Wohlthat. Sie lächelte freundlich, als Anton und Apraxea nach alter Dienstbotengewohnheit ihr die Hand küßten, — und mit schwacher Stimme und näselnd bat sie, man solle ihr Thee bringen. Zum großen Aerger Antons, der gestreifte weiße Handschuhe angezogen hatte, brachte Madame Kalitin den Thee nicht er, sondern ein gemietheter Kammerdiener Lawretzky’s, der, wie der Alte sich ausdrückte, gar nicht an Ordnung gewöhnt sei. Bei Mittag aber behauptete Anton seine Rechte, festen Schrittes stellte er sich hinter den Sessel Marie Dmitriewna’s und trat seine Stelle Niemandem ab. Die lange nicht dagewesene Gegenwart von Gästen in Wasiliewskoie — regte den Alten auf und freute ihn: es war ihm angenehm zu sehen, daß sein Herr mit guten Leuten Bekanntschaft habe. Uebrigens war nicht er allein diesen Tag in großer Aufregung; auch Lemm war sehr aufgeregt. Er hatte einen kurzen, tabaksfarbenen Frack mit spitzen Schößen angezogen, hatte sein Halstuch fest zugebunden — hustete fortwährend; angenehm und freundlich lächelnd, machte er