Chapter

I

Eines Abends erzählte der Lieutenant Jergunow uns wiederum sein Abenteuer. Er gab dasselbe regelmäßig einmal monatlich zum Besten und wir hörten jedesmal mit neuem Vergnügen zu, obgleich wir alle Einzelheiten fast auswendig wußten. Diese Einzelheiten waren, so zu sagen, wie die Pilze rings um einen Baumstrunk, allmälig um den ursprünglichen Stamm der Erzählung gewachsen. Die ganze Manier unseres Erzählers war uns zu wohl bekannt, als daß es uns auch nur dir geringste Schwierigkeit bereitet hätte, vorkommende Auslassungen und Lücken zu ergänzen. Inzwischen aber ist der Lieutenant gestorben und Niemand ist übrig, um dessen Abenteuer zu erzählen; darum haben wir uns entschlossen, es zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. Es hatte sich in der Jugend des Lieutenants, vor etwa vierzig Jahren, zugetragen. Er sagte von sich selbst, er sei damals ein eleganter, schöner, junger Mann gewesen. Das Abenteuer mit Wangen wie Milch und Blut, mit rosigen Lippen, gelocktem Haar und Falkenaugen. Wir glaubten ihm das auch auf‘s Wort, obgleich von alledem Nichts mehr an ihm zu sehen war. Er erschien uns vielmehr als ein Mensch von sehr gewöhnlichem Aeußern, sein Gesicht war alltäglich und schläfrig, sein Körper unschön und plump; doch vergessen wir nicht, daß keine Schönheit den Jahren trotzt! Eher waren noch Ueberbleibsel von Eleganz bei dem Lieutenant zu finden. Er trug noch im Alter sehr enge

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