Chapter

Dämon Rache

Die tote Liese. Im gewitterreichen Juli war’s. … In einer Gewitternacht … Pechschwarz das Firmament … Ganze Garben von Blitzen fuhren über diese schwarzen Tücher hin, mit denen der Himmel wie eine Grabkapelle verhängt zu sein schien … Und wenn diese leuchtenden Flammenlinien aufzuckten und für Sekunden die Umgebung der Büsche aus der Finsternis jählings herausrissen, jener Büsche, in denen wir beide nun schon drei Stunden kauerten, – dann erkannte ich fünf Schritt vor mir auf dem lehmigen, vor Nässe glänzenden Boden der Sandgrube das armselige Etwas mit den gen Himmel gereckten Beinen: ein Pferd, das am vergangenen Tage hier vom Blitz erschlagen worden war … Nur ein totes Pferd … Nur … Und doch der einzige Besitz des alten buckligen Fuhrmanns, der hier aus der großen Grube den schneeweißen Sand holte, den er dann in den Straßen Berlins verkaufte, – ein kläglicher Verdienst, kläglich wie der Bucklige selbst. – Dieser alte Mann, der nun nichts mehr sein eigen nannte als einen zweiräderigen Karren und eine baufällige kleine Baracke von Haus, fernab von den neueren Gebäuden des Berliner Vorortes Altschmargendorf, – dieser Siebzigjährige mit dem Gesicht eines biederen, verwitterten Seemannes, war gestern zu uns gekommen und hatte uns sein trauriges und doch auch so aufregendes Erlebnis erzählt … Sein Erlebnis in der Sandgrube halbwegs zwischen Altschmargendorf und dem waldreichen

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