Chapter

Vorrede

Es wäre für den Verfasser aus manchen Gründen kein angenehmer Umstand, wenn man den Titel des Buchs deutlich fände anstatt dunkel und vieldeutig; indes will er das Gegenteil hoffen, da Dämmerungen so vielerlei bedeuten können – die des Abends, die des Morgens – an den Polen die am Mittage ohne Sonne und die in der Mitternacht ohne Nacht – und endlich in der nordischen Mythologie die sogenannte Götterdämmerung, d. h. den Götter-Sterb – oder Entgegengesetztes auf einmal. Dämmerung übrigens ist ein so erquickliches Bild, sie führe uns nun der Sonne oder den Sternen zu. Wer konnte je den Frühgottesdienst einer Frühlings-Dämmerung voll Lerchen und Blüten vergessen, wenn er ihn gefeiert hatte! Denn was war der ganze Tag dagegen! In den Dämmerungen regiert das Herz. Dieses Buch ist eigentlich bloß die Vollendung der Friedenspredigt. Möge die Lesewelt die Verzeihung der letztern wiederholen! – Mit den deutschen Wunden sind zugleich auch die deutschen Ohren offen; daher rede Heilsames, wer es vermag; und möchten nur Männer, die es am besten vermöchten, jetzo nicht schweigen! – Die neue Zeit fodert neue Kräfte. Neue Staatsschiffe lassen wie neue Boote noch Wasser ein, bevor sie zugequollen sind. Die Furcht entschuldige mit keinem Zwange ihr Schweigen. Wer nichts anderes aussprechen will als das Gute – aber nicht sich oder schlechtes Hassen und Schmeicheln –, kann stets unangefochten

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