Chapter

Croisilles

Im Anfang der Regierung Ludwigs XV. kehrte ein junger Mann namens Croisilles, eines Goldschmieds Sohn, von Paris in seine Vaterstadt Le Havre zurück. Der Vater hatte ihm geschäftliche Aufträge gegeben, die zur Zufriedenheit abgeschlossen waren. Die Freude, eine gute Nachricht mitzubringen, ließ ihn fröhlicher und rüstiger ausschreiten, als er es für gewöhnlich tat; denn obwohl er eine beträchtliche Geldsumme in der Tasche hatte, zog er es vor, auf Schusters Rappen zu reiten. Er war ein gutgelaunter Bursche, dem der Witz nicht fehlte, der aber so zerstreut und voller Übermut war, daß man ihn für ein wenig verrückt halten konnte. Die Weste schief zugeknöpft, die Haare windzerzaust, den Hut unter dem Arm, folgte er der Seine, träumend, singend, vom frühen Morgen auf den Beinen, in Schenken speisend und voller Lust, eine der schönsten Gegenden Frankreichs zu durchwandern. Unterwegs plünderte er nach Kräften die Apfelbäume der Normandie, suchte nicht weniger angestrengt nach Reimen (denn jeder Wirrkopf ist ein wenig Dichter) und versuchte, ein Madrigal für eine schöne Dame aus seiner Gegend zusammenzubekommen. Diese Dame war keine andere als die Tochter des Generalpächters, Fräulein Godeau, die Perle von Le Havre, eine reiche und sehr umworbene Erbin. Croisilles war allerdings nur durch Zufall bei Herrn Godeau eingeführt worden, das heißt, er hatte manchmal Schmucksachen

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