Chapter

Sechster Theil

Nachdem die beiden jungen Leute sich noch mehr mit einander bekannt gemacht hatten, indem sie sich über ihre beiderseitige Lage das Nähere in freundschaftlichem Gespräche mittheilten, überlegten sie gemeinschaftlich wie sie ihre weitere Reise nach Wien am vorsichtigsten und zweckmäßigsten einrichten könnten. Das Erste war, daß sie ihre Börsen hervorzogen und ihr Geld überzählten. Consuelo war noch die reichste von ihnen beiden; aber ihre vereinigten Mittel reichten hin, um zu Fuße den Weg ganz angenehm zurückzulegen, ohne daß sie zu hungern oder unter freiem Himmel zu schlafen brauchten. Weiter war nichts nöthig und Consuelo war darüber schon mit sich einig. Indessen war Joseph ungeachtet des frischen Muthes, den sie in dieser Hinsicht zeigte, nachdenklich und sorgenvoll. – Was haben Sie? fragte sie ihn. Fürchten Sie vielleicht durch meine Gesellschaft aufgehalten zu werden? O, ich wette, daß ich noch besser marschire als Sie. – Gewiß können Sie alles besser als ich. Nein, das ist es nicht, was mich beunruhigt. Mir ist nur bange, wenn ich bedenke, daß Sie jung und schön sind, daß Sie die Blicke aller Leute auf sich ziehen müssen; und ich bin so klein und schwach, daß ich bei allem guten Willen mein Leben für Sie zu lassen, vielleicht nicht stark genug sein werde, um Sie zu beschützen. – Was besorgen Sie denn, liebes Kind? Wäre ich auch schön genug, um die Blicke der

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