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Bohemia in Paris

§. I. Bohemia in Paris. Unter allen Personen der Bekanntschaft, die wir unsre Freunde zu nennen pflegen, zeichne ich einen jungen Edelmann aus, der einen außerordentlichen Geist und unendliches Unglück hat, voll der vortrefflichsten Absichten ist, dessen Unterhaltung entzückt, der, obgleich noch jung, doch schon viel gesehen hat, und, indem er auf etwas Besseres wartet, zu der Bohemia gehört. Die Bohemia ist die Doktrin des Boulevard der Italiener. Sie bestehet ans jungen Leuten, die älter als zwanzig und noch nicht dreißig Jahre alt sind, lauter Männer von Genie in ihrer Art, noch wenig bekannt, die sich aber bekannt machen, und dann sehr ausgezeichnete Leute sein werden. Man unterscheidet sie schon an den Carnevalstagen, während welcher Zeit sie die Ueberfülle ihres Witzes, der sonst nicht übersprudelt, in mehr oder minder närrischen Erfindungen entladen. In welcher Zeit leben wir? Welche absurde Macht läßt unermeßliche Kräfte auf diese Weise sich aufreiben? Ich kenne in der Bohemia Diplomatem fähig, die Projecte Rußlands über den Hausen zu werfen, wenn sie von der Macht Frankreichs unterstützt würden. Es befinden sich Schriftsteller darin, Administratoren, Militairs, Journalisten, Künstler: man findet darin alle Arten von Geist und Fähigkeit. Es ist ein Mikrokosmus. Wenn der Kaiser von Rußland für eine Zwanzig Millionen die Bohemia kaufte und diese das Asphalt der Boulevards

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