Erster Band - Kapitel 1
„Warum soll ich schon wieder ein neues Buch schreiben und in diesem die Ruhe erwarten, die ich im alten nicht fand?“ J. P. F. Richter. Das ist wohl ein Jammer anzuschauen, sagte die Wirthin zum grünen Kranz, indem sie durch's kleine Schiebfenster auf die Gasse deutete. Was denn? fragte Herr Magister Heinrich Rätel, ihr täglicher Gast, der, seitdem er in N... wohnte, Jahr aus Jahr ein die Nachmittagsstunde von drei bis vier Uhr im grünen Kranze bei einem Glase Schöps oder Scheps versaß; was denn, Frau Wirthin? Rückt wieder einmal irgend ein Transport verwundeter Krieger an? So seh'; ich lieber gar nicht hin, denn es schneidet mir durch Mark und Bein, wenn sie mit ihren verstümmelten Gliedmaßen so schonungslos hinund hergeschüttelt werden auf den stoßenden Wägen. Verstümmelt, erwiederte die Wirthin, ist der arme Teufel freilich genug, aber auch schon geheilt. Der Stumpf vom Arme steckt im Husären-Aermel, wie wenn er von Geburt aus nicht länger gewesen wäre, und der ganze Kerl schaut frisch genug darein, obgleich er so zu sagen nicht mehr ganz ist. Aber die junge Frau daneben, mit dem Säugling an der Brust, die erbarmt mich gar zu sehr. Seht nur, Herr Rätel, wie kläglich diese vor sich hin starrt? Sie scheinen zu wandern, denn sie schleppen ein Wä'nlein hinter sich her;... jetzund legt sie das kleine Kind auf die Betten und weint. Was vermeinet Ihr, Magister, rufen wir die Leute