Chapter

1. Kapitel: Der Chinese am Ast

Es sind seltsame Geschöpfe, die durch den Lichtschein der Karbidlampe nachts in unsere Bambushütte gelockt werden. Der Türvorhang und Chi Apis feines Netzflechtwerk vor den Fenstern helfen gegen diese Invasion sehr wenig. – Es ist eine interessante Invasion. Da sind Nachtfalter von Handgröße, da sind Motten, pechschwarz mit gelben Kreisen auf den Flügeln, da sind jene unheimlichen Käfer, die wie ein kleines Flugzeug dahergesurrt kommen und mit einem klingenden Krach gegen die Lampenglocke prallen, halb betäubt herabfallen und mit ihren Krebsscheren wütend den Füllfederhalter packen, mit dem ich sie von meinem feuchten Papier zu streifen suche. – Alles ist hier feucht … Der Urwald haucht nachts seinen Moderodem aus. Die faulenden Stämme, die Sumpflachen, die dicken Lianen, die wie grüne Taue die Baumriesen mit Girlanden schmücken: Alles, alles strahlt Feuchtigkeit aus – nachts! Doch – wozu schreibe ich dies hier bereits jetzt nieder?! Bis zur Hütte in den Dajak-Wäldern von Borneo ist es ein weiter Weg … Einer jener Wege, die gänzlich abseits der Heerstraße führen. Ein weiter Weg vom Viktoria-Fluß in Australien zum Kapuasstrom in Borneo. – – … So finster die Nacht damals auch war, als ich mit meinem zähen Fuchs vom Turnbull-Feld vor Kolonel Mallingrott entflohen und glücklich bis zum Viktoria gelangt war: Finster, aber den Lichtschimmer des Lagerfeuers in den Büschen sah ich um

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