Chapter

Erstes Kapitel

Major Egerton Warling, Direktor eines in der Umgebung Londons gelegenen Staatsgefängnisses, fühlte sich bei dem wohl einzigartigen Abschiedsinterview durchaus nicht behaglich. Er war ein jüngerer Mann, der diesen Posten noch nicht lange innehatte, und er konnte sich noch der Tage entsinnen, als der Name des Scheidenden, der gerade hereingeführt worden war, um seine »letzte Segnung« zu empfangen, in begehrten Kreisen schon mehr einer Zauberformel gleichkam. Die Hände in den Taschen seines Schlafrocks vergraben, stand er und suchte nach Worten, deren vorsichtige Auswahl jede Beleidigung ausschalten sollte. »Wie Sie sehen, Channay,« begann er, »haben wir Ihrem Ansuchen stattgegeben. Ein Uhr morgens ist für uns eine ungewöhnliche Stunde, einen – er – er – Gefangenen zu entlassen, der seine Zeit abgebüßt hat. Aber Ihr Ansinnen ist durchaus nicht unsinnig zu nennen, nach dem, was uns zur Kenntnis gekommen ist. Ich entnehme daraus, daß Sie den Belästigungen Ihrer früheren Kameraden aus dem Wege gehen wollen.« Gilbert Channay lächelte nur matt. Wenig über Mittelgröße, war er ein Mann, der zur Schlankheit neigte. Aber seine Haltung und seine breiten Schultern verrieten den Athleten. Seine Züge waren ebenmäßig, die Hautfarbe hatte jedoch durch die jahrelange Haft und unnatürliche Lebensweise gelitten. Eine gewisse Anmut lag in den kleinen Fältchen, die von den Augen und Mundwinkeln

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