Burch Mitsu
Onse vorderen waren vri, En vri so bliven wi, So lanc een hert dat lafheid haet In eenen Kerlenboesem slaet. Das Lied der flämischen Kerle.) Früher brachte ich jeden Sommer einige Tage in Ostende zu, nicht etwa des »guten Tones« wegen und um unter den Reichen und den ständigen Genießern eines eleganten Badeplatzes genannt zu werden, sondern lediglich, um in den gesunden Dunstkreis des Weltmeeres unterzutauchen und mich mit der lebensstarken Poesie der Seelandschaft vollzusaugen. Für mich ist unsere westflandrische Küste immer noch das wilde Kerlingaland der ersten Jahrhunderte, das die normannischen Piraten zurückschreckte und sich lange voll leidenschaftlicher Freiheitsliebe dem Joch der »Isegrime«, der mittelalterlichen Gewaltherrscher, entwand. In unserer Zeitneige werden in Ostende während der Saison die Isegrime durch einen Schwarm von Kosmopoliten, Bankmännern, deutschen Juden, Kokotten, Unternehmern in Gesellschaftskleidung und Schlauköpfen höheren Ranges verkörpert. Die schlimmsten Isegrime wohnen jedoch auf die Dauer im Lande selbst und heißen Reeder, Fischhändler, Fischmakler, für die unsere armen Seefischer, die flämischen Kerle von heute, das Geschlecht sind, das auf Gnade und Ungnade steuer- und tributpflichtig zu sein hat. Die gewaltigen Badehotels, die Strandvillen mit fremden und buhlerischen Namen, in denen die dicken Geldsäcke absteigen, gefallen mir ziemlich