Die Geschichte vom Hahne Caligula und einer Henne unbekannten Namens
Sonnengelb leuchtete die Landstraße, die der Grenze entgegenzieht, und rosenrot ist das letzte Haus auf unserer Seite. Auf der Landstraße steht der große, schlacksige Grenzwächter mit dem breiten schwarzen Schnauzbart. Einsam steht er da, wie ein alter, behäbiger Wartturm, und seine Blicke streifen über die Bühne jenseits der Grenze. Zahlreiche Männer stehen, sitzen, liegen da umher und warten von morgens früh bis abends spät auf etwas ganz Geheimnisvolles. Ach, gar zu selten haben sie die Gelegenheit, aufzuspringen, um ein Gewühl zu entfachen, für einen, der toderschrocken die Drahtgitter durchschreitet. Hellblau ist das Haus, wohin, dicht umringt, der Toderschrockene geleitet wird und wo vor einem großen schwarzen Buch ein kleiner, dunkelhaariger Mann mit durchbohrenden Blicken und den Allüren eines großen Korsen sitzt. Schwer ist es festzustellen, ob der Toderschrockene nicht Petrucci Felice, der Bombenwerfer, oder Bianci Andrea, der Fahnenflüchtige, ist. Aber er ist es nicht. Er tritt aus dem blauen Hause und schreitet aufatmend auf der sonnengelben Landstraße davon. Der Grenzwächter diesseits der Grenze lächelt und betrachtet nicht ohne Wohlgefallen einen jungen Soldaten, dem die schwarzblauen Hahnenfedern über den Nacken wippen, und der gar zu gerne Felice, den Bombenwerfer, in ein sicheres Gewahrsam gebracht hätte. Der große Grenzwächter geht langsamen Schrittes ins