Humoresken
Der heilige Krieg. Der Oberst außer Dienst von Bünau saß vor seinem Arbeitstische über eine Liste gebeugt, während drei Schritte seitwärts von ihm sein Bursche in militärischer Haltung weiterer Befehle harrte. »Also Präsident Koch ließ es unbestimmt – –« »Zu Befehl, Herr Oberst.« »Und der Polizeidirektor?« »Wollte es sich noch überlegen.« »Hm. – Haben Zehmes zugesagt?« »Sind verreist, Herr Oberst.« »Aber Lindenaus – –« »Bedauerten, weil schon Billets zum Patti-Konzert – –« »Hm, hm! – Donnerwetter, ich sehe ja lauter Absagen – Kellermanns auch! Und Hellwigs! Auch der Herr von Radatzky« – – »Zu Befehl, Herr Oberst. Und dann waren auch siebenundfünfzig in der Liste, die verzogen sind. . . . Und dreizehn Verstorbene – –« »Himmeldonnerwetter – Verstorbene? Habe ich dir nicht befohlen, die Namen Mann für Mann mit dem Adreßbuch zu vergleichen – –« »Zu Befehl, Herr Oberst. Aber davon steht nichts drin.« »Na ja, das ist ja richtig. Aber kannst du nicht das Maul aufthun – denn das muß dir doch schon voriges Mal aufgefallen sein? – Verstorbne einzuladen! – Wieviel Karten hast du denn im ganzen abgesetzt?« »Fünfundvierzig Herren-, siebenundachtzig Damenkarten, Herr Oberst.« »Weiß der Teufel, was sich die Weibsen dazu drängen! – Das ist ja schrecklich wenig: fünfundvierzig Herren – –« »Verzeihen der Herr Oberst. Das kommt noch. Letztes Mal war's auch so.« »Du meinst Nachbestellungen. Na ja,